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  • Lena

Seit dem 18.05. sind Besuche in sozialen Einrichtungen unter bestimmten Voraussetzungen und mit Vorsichtsmaßnahmen wieder erlaubt. Für die Bewohner*innen und ihre Angehörigen ist das ein wunderbarer Schritt. In den Medien liest man von ungewohnten Besuchs-Situationen, wie Fensterbesuchen oder Plexiglasscheiben, aber besonders von der Freude, welche ein solcher Besuch auslösen kann.


Gleichzeitig erreichen mich immer wieder die Fragen, ob die Lockerungen der Maßnahmen nun das Ende der Brieftauben Aktion bedeuten. Keinesfalls! Denn auch wenn die sozialen Kontakte der Menschen in den Einrichtungen wieder mehr werden, bleiben die Herausforderungen, die die Brieftauben Aktion motivieren, bestehen.


In unserer schnelllebigen Zeit werden Menschen, die dieses Tempo nicht mitgehen können oder wollen leicht übersehen. Die Herausforderungen der Vereinsamung und des Vergessens, welche durch die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verstärkt wurden und hierdurch in das Bewusstsein der Gesellschaft getreten sind, sind nach einer Lockerung der Besuchsverbote nicht gelöst. Einsamkeit und Gefühle der Nutzlosigkeit in den Einrichtungen sind nicht neu, denn auch vor und nach der Krise gehören die Bewohner*innen zu Randgruppen, deren Relevanz in unserer Gesellschaft wir uns immer wieder erinnern sollten.



Deshalb möchte ich mit der Brieftauben Aktion langfristig zu einem generationsübergreifenden und inklusiven Austausch in unserer Gesellschaft beitragen. Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden für verschiedene gesellschaftliche Gruppen in Kontakt zu treten, um voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen. Ich möchte zeigen, dass wir nur gemeinsam als Menschheit unsere größten Potentiale leben können. Und wir am glücklichsten sind, wenn wir es zusammen mit unseren Mitmenschen sind.


Deshalb freue ich mich, wenn ihr auch nach den Lockerungen der Maßnahmen weiter fleißig zu euren Stiften greift und wunderschöne Briefe verfasst. Gemeinsam sind und bleiben wir stark!


Eure Lena

  • Lena

Du hast dich angemeldet und möchtest jetzt deinen ersten Brief schreiben, bist aber unsicher, was du in deinen Brief schreiben sollst oder wo anfangen?

Dann schau dir unser kleines Tutorial an.



  • Lena

Die Brieftauben sind Ende März entstanden, als Reaktion auf Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19. Die Besuchsverbote und damit verbundenen Einschränkungen der sozialen Kontakte von Bewohner*innen in Alten- und Pflegeheimen haben mich traurig und nachdenklich gestimmt. Deshalb habe ich Einrichtungen aus der Region Stuttgart angeschrieben, um herauszufinden, ob mein Gefühl stimmt. Und es wurde bestätigt. Einsamkeit und das Gefühl des Vergessen werdens haben sich in den Alltag der Einrichtungen geschlichen. Die Pfleger*innen gaben und geben ihr Bestes, um die Situation so gut wie möglich abzufangen, doch Pflegeschlüssel und die notwendigen Hygienemaßnahmen machen ihnen diese Aufgabe nicht leicht.

Was also konnte ich tun, um diesen Menschen eine Freude zu bereiten? Die Idee mit den Briefen erschien am praktikabelsten. Und auch die Einrichtungen sind hierauf gut angesprungen, denn WhatsApp oder Email schränken die potentiellen Empfänger ein.


Der erste Schritt war getan, nun mussten natürlich auch Freiwillige her, die Lust haben Briefe zu schreiben. An Menschen, die sie nicht kennen und deren Situation sie nicht einschätzen können. Ich war mir kurz unsicher, ob sich jemand meldet, aber es haben sich so viele von euch gemeldet! Das war also auch geschafft.



Die nächste Hürde war die Logistik. Da hatte ich zu Beginn nicht so richtig drüber nachgedacht. Aber die Briefe mussten gesammelt, verarbeitet und weitergeschickt werden. Ein Postfach war hierfür die Lösung. Toll, dass es solche Angebote gibt und man so einfach eins einrichten kann.



Die wichtigsten Grundlagen waren also gelegt und seit jetzt etwas mehr als vier Wochen können Briefe gesendet werden. Und die ersten Antworten sind auch schon angekommen. :)

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